Künstlerin, Illustratorin und Autorin 
Katja Richter

Leipzig – Die "Das goldene Sofa" -Show – Zoo und Bahn Abenteuer

Eigentlich hatte ich ein kleines, kostengünstiges Hotel in der Südvorstadt gebucht, denn hier befindet sich auch unsere Abendliche Location für die Show, die wir besuchen wollten, der Plan sah vor zu Fuß dort hin zu gehen, aber wie das mit Plänen so ist, meist klappt es ja doch nicht wie geplant.
Am Tag vor der Abfahrt wurden wir in ein anderes Hotel umgebucht, direkt ins Zentrum, eigentlich wollten wir ja mit dem Auto anreisen, aber vor dem neuen Hotel gab es keinen Parkplatz, nur Parkhäuser und die mag ich nicht, dafür lag unser neues Domizil aber direkt am Bahnhof, also entschieden wir mit dem Zug zu fahren, die Hinfahrt lief auch wirklich unkompliziert.
Klar wir mussten erstmal 30 Minuten mit dem Auto zum Bahnhof fahren, denn unsere Zuganbindung ist wirklich echt mies, aber der Zug kam pünktlich und wir ergatterten einen Sitzplatz, leider nur einen zweier, so hatten wir wenig Beinfreiheit und der Koffer musste zur Hälfte im Gang stehen, aber an den Sitzlehnen gab es klappbare Tische, so konnte mein kleiner Mann schön malen. Die Fahrt dauerte nur eine Stunde 13 Minuten. 

Wir waren echt überwältigt von diesem riesigen Bahnhof, unser Ausgang lang natürlich direkt an der anderen Seite, so konnten wir durch das riesige Gebäude einmal komplett durchlaufen. Zum Glück ist der Boden schön glatt, da ließ sich unser Koffer gut ziehen, dass die Aufzüge so gut versteckt wurden fanden wir nicht so richtig gut, also nahmen wir dann trotz Koffer doch die Treppen. Wir hatten keine Lust mehr weiter zu suchen. Vielleicht war es für uns einfach auch zuviel Input. Wir sind noch nicht so recht geübt mit großen Städten und vielen Menschen.




Wir traten hinaus und fanden uns direkt in einer großen Menschenmenge wieder, vor dem Bahnhof liegt direkt auch eine S-Bahn Haltestelle und eine große Straße die es zu überqueren galt, dass es über die S-Bahnschienen ohne Fussgängerampel ging lernten wir sehr schnell, einfach mit mit dem Menschenstrom. War schon aufregend, so mitten im Gewusel. Vor uns lag nun ein kleiner Park – genau das richtige für uns – mit Holzbank. 

Erstmal Pause.
Dann ging es weiter zum Hotel. Vienna Easy. Dort wurden wir bereits erwartet. Einchecken konnten wir noch nicht, aber unseren Koffer konnten wir schon mal da lassen. Also ging es mit Flyern bepackt und guter Laune auf ins Zentrum. Hunger hatten wir mittlerweile auch, unsere Wahl fiel auf das Toskana, Nikolaistraße 31, 04109 Leipzig (https://goo.gl/maps/kXEXh8ZWLXxumkb18) – die Bedienung war sehr freundlich, das Essen sehr lecker und meine Pizza war riesig groß, da hätte noch jemand mitessen können, also satt wird man hier auf jeden Fall und das auch zu einem günstigen Preis. 

Für unser Essen incl. Getränke haben wir 19,60€ gezahlt, mit Karte, Trinkgeld in bar, hab ich mir nach unserem letzten Ausflug nach Lehde gemerkt – immer etwas Kleingeld dabei haben.




Ich hatte vorher in keinen Stadtführer geschaut, also schon, allerdings konzentrierte sich meine Aufmerksamkeit da eher auf das Gebiet Zentrum Süd, naja, aber da wir nun ja schon mal im Zentrum wohnten gingen wir hier auf Entdeckungstour. Wir kamen an der Nikolaikirche vorbei, aber die Palme fanden wir viel interessanter. ^^



Wir schlenderten weiter ziel- und planlos durch die Innenstadt, vorbei an Galeria Kaufhof, Lacoste, Schmuckläden in deren Schaufenstern Uhren lagen, so teuer wie Kleinwagen, aber auch Teufel, Fielmann, Mango, Deichmann, C&A und zahlreiche andere tolle kleinen Geschäfte und Boutiquen sind hier zu finden. Shoppen ist hier für alle Geldbeutelgrößen möglich und selbst wenn man gar nichts kaufen möchte wird man ganz sicher irgendwo dazu verleitet. Es macht wirklich Spaß hier zu bummeln und zu verweilen. Der Bubbletealaden (KUMA, Grimmaische Str. 21, 04109 Leipzig) hat mir mit seinem Konzept sehr gut gefallen. (Natürlich, umweltfreundlich, gesünder – http://kumabubbletea.com) und wer es gern duftig mag – der muss auf jeden Fall dem LUSH einen Besuch abstatten. Hier bekommt man super schöne, frische, handgefertigte Badebomben, die sehen richtig toll aus und es riecht im Laden- einfach herrlich!




Wir sind etwa drei Stunden durch die Innenstadt geschlendert, danach waren wir aber dann auch wirklich froh im Hotel einchecken zu können und in unser Zimmer zu kommen, dort hieß es dann erstmal: Schuhe aus und Beine lang. Das Bett war super bequem. Wir haben die großen Vorhänge zugezogen und uns erstmal ein Stündchen hingelegt. Nachmittagsschläfchen vor der großen Show. Trotz S-Bahn und großer Straße vor der Tür war es im Zimmer tatsächlich recht leise. Einzig die S-Bahn war beim vorbeifahren dumpf zu hören, vom sonstigen Lärm bekam man nichts mit. 

Das war wirklich klasse.




Nach der Pause ging es zur S-Bahn, mit der App Leipzig MOVE habe ich herausgefunden welche S-Bahn uns ans gewünschte Ziel bringen würde und auch meine Fahrkarte konnte ich so unkompliziert lösen. Allerdings sollte man schauen das man genügend Datenvolumen und Akku hat, sonst ist man aufgeschmissen. Ich hatte mir dafür eine Powerbank mitgenommen, die ich bei der Rückfahrt dann auch wirklich brauchte. Ich war kurz schon leicht in Panik, dass wir den Weg zurück nicht mehr finden, aber da zahlt es sich dann doch aus, wenn man sein Hotel nicht in irgendeiner Seitenstraße hat, sondern am Hauptbahnhof, da fahren wirklich alle S-Bahnen hin*. ^^ *Angabe ohne Gewähr! Gefühlte Aussage.

Nach gut 20 Minuten waren wir am Ziel: Horns Erben, in der Arndtstraße 33, 04275 Leipzig. Es handelt sich hier um ein Kultur | Lokal. Es ist super gemütlich eingerichtet, die Bedienung / das Personal ist total freundlich, man fühlt sich beim reinkommen irgendwie direkt wohl, zumindest ging es uns so. Wir haben uns ein Omlett auf Brot bestellt (sehr lecker) und uns in der Ecke, gegenüber der Bar einen kuschligen Platz gesucht, ein bisschen wie damals bei Oma, nur in gedämpftem Licht. Urgemütlich. Wir aßen ganz in Ruhe auf und dann ging es auch schon los, man durfte die Treppe hinauf zur Show.

Das Goldene Sofa“ 

ist die neue Show von Benjamin Vinnen (Schauspieler am Theater der jungen Welt Leipzig) und dem Leipziger Musiker Antonio Lucaciu (Duo Stiehler/Lucaciu, Clueso). Oben erwartete uns ein kleinen Saal mit Bühne. Auf dieser standen, neben dem goldenen Sofa, zahlreiche Musikinstrumente: ein Flügel, Gitarre, Saxophone, Otamatone.. Wir nahmen in der ersten Reihe Platz und wartetet auf das was da nun kommen würde, so genau wussten wir das nämlich nicht. Auf jeden Fall würde es lustig werden – soviel war klar, also hofften wir das Beste und wir wurden nicht enttäuscht, es war fantastisch! Sehr unterhaltsam, lustig, aber nicht platt, sondern wirklich richtig toll. Aber am besten schaut Ihr Euch das selbst mal an, das nächste Show gibt im November und auch im Dezember ist wohl schon was geplant! Der Saal ist klein, die Plätze begrenzt, also zeitig buchen, es lohnt sich auf jeden Fall. Die Zwei sind wirklich richtige Unterhaltskünstler und verstanden es das Publikum so mit einzubeziehen, dass man sich gar nicht mehr wie ein Publikum gefühlt hat, man saß nicht vor der Bühne, also schon, aber eigentlich war man mitten drin. Mein Sohn ist erst 5 und selbst er war total begeistert.


Zur Premierenshow gab es einen besonderen Gast: Alexander Straub. (https://www.youtube.com/user/alexanderstraubmagic) Ich hab dir mal ein kleines Video von ihm verlinkt. Wirklich klasse das mal in echt zu sehen! Keine Ahnung wie er das macht, es war wirklich Zauberei! 

Wir fanden es absolut sensationell und unglaublich.
Mein kleiner Mann hat einige seiner Karten aufgesammelt und wollte sie ihm gern zurück geben, er durfte sie behalten und er war auch noch so lieb und hat sie ihm signiert.  4 Stück – er ist total begeistert von seinen echten Zauberkarten. <3 Wir haben jetzt allerdings nur noch 3, warum erfahrt ihr gegen Ende dieses Beitrags.

Nach der Show haben wir noch ein Foto auf dem „goldenen Sofa“ gemacht.


Von links: Benjamin Vinnen (Schauspieler am Theater der jungen Welt Leipzig), mein kleiner Mann, ich (Katja Richter) und Antonio Lucaciu (Duo Stiehler/Lucaciu, Clueso). Falls ihr das lesen solltet: NOCHMAL VIELEN DANK FÜR DIESEN WUNDERVOLLEN ABEND! DAS FOTO, DIE AUTOGRAMME UND VOR ALLEM EURE ZEIT! DANKE DANKE DANKE! 

Nach der Show haben wir uns auf den Weg zurück in Hotel gemacht, etwas desorientiert, haben wir den Südplatz dann doch noch wieder gefunden und auch gleich die erste S-Bahn in Richtung Hauptbahnhof erwischt. Im Zimmer angekommen wurde noch kurz mit den neuen Karten gezaubert und dann ging es aber schnell ab ins Bett, immerhin hatten wir für den nächsten Tag ein volles Programm! Wir wollten ja in den Zoo!





Mit der S-Bahn ging es los, innerhalb weniger Minuten kamen wir an. Es war bereits recht windig, aber erstmal ließen wir uns davon nicht weiter aus der Ruhe bringen. Der Wind wurde leider immer stärker, so dass ich bereits etwas beängstigt die Bäume um uns herum im Auge behielt. Die Tiere hatten sich bereits alle versteckt und ich wollte es ihnen gern gleich tun, mein kleiner Mann wollte aber natürlich nicht direkt gleich wieder gehen und noch mehr sehen, ich gab erstmal nach, aber nur unter der Bedingung das wir sofort gehen, wenn es noch windiger werden würde. Den Wetterbericht hatte ich mir leider vorher nicht angeschaut, in letzer Zeit lag der so oft daneben, da dachte ich wir lassen es einfach auf uns zukommen und hatten ja einen Schirm dabei, aber das es so schlimm werden würde, wie es dann kam, hätte ich nicht erwartet.

Als wir aus dem Affenhaus wieder heraus kamen stürmte es draußen bereits wirklich stark, die ersten dünnen Äste fielen von den Bäumen und der Wind war sehr laut, wenn er durch die Bäume wehte. Ich versuchte uns Richtung Ausgang zu navigieren, aber der Plan auf dem Flyer war für mich irgendwie unlesbar. Wir kamen dann bei den Giraffen an, diese waren ebenfalls drinnen und so gingen wir hinein, hier war es angenehm, erstmal durchatmen, in Ruhe den Plan lesen, orientieren. Selbst mein kleiner Mann meinte er wolle jetzt doch lieber auch los, der Wind gefällt ihm nicht, also raus aus dem Giraffenhaus immer den Schildern nach Richtung Ausgang. Bei den Zebras stand ein Restaurant, da des Wetter schlecht, der Weg noch weit war und wir hunger hatten kehrten wir dort ein. Griesbrei.. gibts nur als Kids-Menü, somit gab es noch zwei Multsaftflaschen dazu, die wir eigentlich gar nicht wollten, aber man muss sie halt bezahlen, naja und dann nimmt man sie eben mit – ein Glück war das so. Ich beobachtete beim essen das Wetter und es wurde nicht besser, wie gehofft, sondern schlimmer, die Windböen bogen die Bäume, mittlerweile brachen auch große Äste herab. Wir setzten unsere Kaputzen auf und rannten, immer wenn eine Böe vorüber war unter den großen Bäumen hindurch oder an ihnen vorbei. Wenn wir hörten das eine neue Böe aufzog suchten wir Schutz an Mäuern oder Unterständen. Wir hatten mittlerweile wirklich Angst und wollten nur schnell raus, der Weg zum Ausgang war von einem Mitarbeiter des Zoos bereits abgeriegelt, mit den Worten “hier fallen Äste von den Bäumen, da darf keiner mehr durch” wies er uns in Richtung Eingang zu laufen. Als wir an diesem ankamen standen dort einige Mitarbeiter in reger Diskussion darüber ob sie denn nicht verrückt wären hier überhaupt noch Leute rein zu lassen, wo doch von den Gebäuden nebenan bereits die ersten Dachsteine gefegt wurden. Wir baten darum das sie uns durch den Eingang heraus lassen sollten, was sie auch taten. Wir liefen im Sturm zur S-Bahn, auf der Straße wirbelten große Äste, Kisten und Plakate, alles was nicht richtig fest war flog umher, aus der Entfernung hörte man es knallen, irgendwas großes war wohl umgestürzt. Vor unserer S-Bahn lag ein großer Ast. Die Oberleitung war wohl betroffen, sie würde erstmal nicht fahren. Wir waren ängstlich und verzweifelt, zum Glück hat uns ein leipziger Student, der ebenfalls zum Bahnhof wollte und eigentlich auch die S-Bahn nehmen wollte mitgenommen. Sprich er hat uns Richtung Bahnhof begleitet, kurz vor dem Bahnhof kam dann von hinten eine S-Bahn und so konnten wir noch eine Station fahren. Wir flitzten zum Hotel, holten unseren Koffer und rannten damit zum Bahnhof, in der Hoffnung unseren Zug um 13:12 Uhr zu erwischen und wir schafften es! Wir kamen pünktlich am Gleis an, allerdings kam ein paar Minuten später die Durchsage das der gesamte Zugverkehr auf unbestimmte Zeit eingestellt werden würde. Ernüchterung.
Der Zug kam allerdings an und so konnten wir zumindest schon mal einsteigen, allerdings saßen wir tatsächlich fest…genau 296 Minuten später kam die erlösende Ansage “Ihr Zug fährt jetzt ab… wir haben 296 Minuten Verspätung.” Leider kam er einige Stationen bereits nochmal zum Stillstand, die Oberleitungen wären beschädigt. “Der Zug hält hier für unbestimmte Zeit..” Zum Glück hatten wir in der Zeit Kontakte geknüpft und unsere Sitznachbarn mussten genau bis zu dieser Haltestelle und hatten dort ihr Auto geparkt, sie boten an uns mit dem Auto (39 km entfernt, bei Sturm und Regen) weiter bis zu unserem Bahnhof zu fahren! Ich bin ihnen wirklich unendlich dankbar! Meine Nerven lagen nach dieser Wartezeit wirklich blank. Die Tochter der Frau war ebenfalls ein Alexander Strauch Fan und so schenkte mein kleiner Mann ihr eine seiner Karten. Es war eine so schlimme Situation, aber andererseits auch sehr schön, zu sehen wie die Menschen in schwierigen Situationen doch zusammen rücken.
Es war wirklich eine wahnsinnig aufregender, am Ende auch Kraft zehrender Ausflug, aber im großen und ganzen dennoch sehr schön und mit Happy End! 

Auf Zugreisen werden wir allerdings in Zukunft erstmal verzichten. :-)

- Die schönsten Erinnerungen werden bei uns gerahmt - 


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