Künstlerin, Illustratorin und Autorin 
Katja Richter

Die richtige Toilette für den VAN

WELCHE IST DIE RICHTIGE? DIE BESTE? DIE GÜNSTIGSTE? SINNVOLLSTE? WO LIEGEN DIE UNTERSCHIEDE?

Die gängigste Toilette für unterwegs ist wohl die Chemietoilette. Wir haben auch so ein Model zu Hause, wir hatten sie damals in unserem Bulli (VW T3) im Einsatz und so richtig begeistert waren wir davon nie. Unter unsere zur Liegefläche geklappten Sitze im Mercerdes Marco Polo passt das Model jetzt nicht mehr und davor möchten wir sie nicht stellen, dafür ist sie einfach zu groß, wenn sie allerdings unter der Liegefläche stehen würde würden wir in der Nacht auch nicht mehr dran kommen, also so richtig optimal wäre es sowieso nicht, selbst wenn es passen würde.

Das Klo muss als doch in den Fahrgastraum. Aber ein Chemieklo? Dann schwappt alles beim fahren, es riecht nach Chemie oder Lavendel, auf jeden Fall künstlich und an die Entleerung will ich gar nicht denken. Pähhh. Natürlich wird durch die Chemie im Tank alles schön weich und flutscht recht gut durch das Entleerungsrohr, aber angenehm ist das nicht, davon abgesehen brauchte man eine Entleerungsstation und den schweren Tank schleppen ist auch keine Freude. Unsere Chemietoilette wird also nicht wieder zum Einsatz kommen. Es gibt allerdings auch kleine Modelle, da ist der Tank auf jeden Fall schon mal leichter, beim Porta Potti 335 nur 10 Liter und es ist nur 31,3 cm hoch, also wirklich sehr klein. Man kann einen Hocker darüber stülpen und schon sieht man das gute Stück nicht mehr, was natürlich auch ne schöne Sache ist, denn wer will schon ständig auf ein Klo gucken? Das Model scheint so stabil zu sein, dass es keinen festen Hocker zur Verstauung benötigt, sondern nur einen Überwurf, den könnte ich ja vielleicht auch selbst nähen. Aber es wäre eben wieder ein Chemieklo und naja, so richtig überzeugt bin ich davon nicht.

Dann gibt es noch die Trenntoiletten. Durch einen speziellen Einsatz wird direkt beim Geschäft das Flüssige vom Festen getrennt. Das Flüssige wandert in einen Tank, das Feste in den Feststoffbehälter, in diesen wirft man nach dem Geschäft noch etwas Kleintierstreu und das wars. Stinken tut nichts. Es gibt diese Trenntoiletten tatsächlich auch in sehr klein. z.B. die Trelino. Allerdings ist der Tank mit 3,5 Litern auch wirklich klein, er reicht für etwa 7 Toilettengänge. Bei drei Personen ist das schon recht wenig und mit 399,00 € sie auch recht teuer, zu teuer für uns um es einfach mal zu probieren. (https://www.trelino.de/collections/alle-produkte/products/trelino-mobile-van-toilette)

Es gibt natürlich auch Selbstbausets, aber ehrlich gesagt ist mir das alles auch irgendwie zu frimmelig, gerade wenn es eben etwas kleines werden soll, im Strebergarten kann ich mir so eine Trenntoilette schon recht gut vorstellen, aber in einem Van dann doch eher nicht.

Nach vielen Recherchen und YouTube-Videos haben wir uns für eine ganz einfache, aber effektive und kostengünstige Variante entschieden. Für eine Eimertoilette und zwar eine ganz kleine mit einem Fassungsvermögen von nur 15,5 Litern und einer Größe von 31×31 x 28 cm (h). Dazu ein paar Müllbeutel und Katzenstreu oder Kleintiereinstreu. Wir haben beides getestet und es funktioniert beides super. Einfach auf den Boden vor der ersten Benutzung etwas Streu einfüllen und nach jedem Toilettengang neues Streu darüber geben. Zur Streuaufbewahrung nutzen wir eine kleine Waschmitteldose die super in das kleine Schubfach unter den Rücksitz passt. Wenn der Eimer voll ist landet er einfach auf dem Kompost oder wenn wir unterwegs sind auch im Mülleimer an der Raststätte. Für diesen Zweck nutzen wir dann schwarze Müllbeutel. Die von Swirl haben sich bewährt und halten auch schön dicht, der Eimer bleibt trocken, es gibt auch biologisch Abbaubare Alternativen, allerdings sind diese oft undicht, man muss sie dann doppelt nehmen.

Update: Mittlerweile fülle ich den Eimer etwa halbvoll mit Streu und entfernen das Feste direkt, vorher dem Geschäft etwas Klopapier auf dem Streu ausbreiten, das benutzte direkt drüber werfen und man sieht das Geschäft nicht mehr, danach  alles mit einem Hunde-Kotbeutel aufnehmen und direkt entsorgen. So spart man sich im Auto des gekrümel mit dem Streu und das Klo muss nicht so oft erneuert werden. Wir kommen mit einer Klofüllung so ca. 2-3 Tage. Da das ganze bei uns vorn im Auto steht habe ich dafür jetzt noch einen Bezug genäht. 

Jetzt geht das Klo auch als Hocker und sieht dabei auch noch schick aus. :-)





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